tabellarische Zusammenstellung

FEHLERQUELLE VORBEUGUNG,BEHEBUNG
Messpunkte
Lange Messtrecken Zwischenpunkte, Kontroll- und Rückwärtsmessungen, Lichtquelle an Messpunkt
Unbequeme Ablesung Zwischenpunkte
Parallelversatz der Messtrecke Möglichst geringe Versetzung, Versetzungsbetrag am Zielpunkt anzeigen lassen. (lässt sich meistens vermeiden!)
F Von Auge zu Auge-Visur Durch nachvollziehbare Messtrecken ersetzen
F Steile Messtrecken Durch senkrechte Messtrecken ersetzen: künstliche Verlängerung des Peistriches mittels des an der Kordel hängenden Neigungsmessers; optischer Zylinderaufsatz; Strecken aufwärts messen (längerer Peilstrich)
F Anschlussfehler Saubere Zeichnung, konsequente Markierung der Messpunkte mit Nagellack und fluoreszierenden Streifen, Verwendung von Synthosil-Zetteln mit den nötigen Angaben bei Abzweigungen und Schloten
Eisengegenstände
F Helm Eisenschrauben durch Messingschrauben, Federn durch Gummizüge ersetzen; Piezo möglichst weit vom Messgerät montieren oder abnehmbare Piezohalterung
Metallentwickler Vorsicht in Engstellen, vor allem, wenn Entwickler um Hals gehängt
Taschenlämpchen Vorhergehende Überprüfung der Ablenkung der Kompassnadel, evtl. Verwendung eines spiegelnden Chromstahlplättchens
Brillengestell Vorhergehende Überprüfung der Ablenkung der Kompassnadel
Schachtausrüstung Vermessung mit Vorteil beim Abstieg
Schleifsack (auf Rücken, vorgeschoben) Achtung auf verpackte Eisenteile; zur Messung ausziehen
Aussenvermessung Vorsicht bei Eisenstangen und Stackeldrähten
Gerätebedienung
F Müdigkeit, Konzentrationsmangel,  Motivationsmangel Abbruch zum „richtigen" Zeitpunkt (persönlich unterschiedlich), Kontrolle durch Rückwärtsmessung, Abwechseln Geräteableser-Massbandhalter (Wechsel auf dem Messblatt festhalten!)
F Ungenügende Ablese-Erfahrung Kursmässige Einführung; Übung in kleineren Höhlen
Haltung der Messgeräte Horizontale Haltung des Kompasses, Neigungsmesser möglichst vertikal halten
Blockierende Kompass-Scheibe Kontrolle der freien Rotation der Scheibe bei jeder Messung, genügend Zeit lassen für Einpendeln der Scheibe
Schlecht erkennbare Ziffern Fluoreszierende Skala aus Tritium, eingebaute Beleuchtung, Taschenlämpchen (Vorsicht beim Kompass, s.o.); Optimierung des Schattenwurfs der Helmbeleuchtung; gut funktionierende Karbidlampe; Benutzung der Handfläche oder eines Metallplättchens als Reflektor
Falsche Ableseskala Vorgängige Vergewisserung
F Inverse Skala Sich der Gefahr bewusst sein, ständige Kontrolle mit höheren und tieferen angeschriebenen Werten, Rückwärtsmessung
Datenübermittlung
F Verständigungsfehler Deutliche und laute Sprechweise: Wiederholung durch Zeichner während des Aufschreibens und Bestätigung durch Ableser, Kontrolle durch Rückwärtsmessung
Unterscheidung Richtung/Neigung Bei Neigungswerten stets „plus" bzw. „minus" vorstellen
Vertauschung der Ziffernfolge Sich der Gefahr bewusst sein: Wiederholung und Bestätigung
F Rückwärts gemessene Strecken Vorhergehende Absprache betreffend Umrechnung: Kennzeichnung der entsprechenden Messwerte auf Messblatt
Gradeinteilung der Geräte Vorhergehende Absprache (Auf dem Messblatt notieren!)
Rundung Unnötig, Ablesen auf Zentimeter genau
Nachträgliches Notieren Möglichst vermeiden
F Unklare Aufzeichnung Sich genügend Zeit lassen für Schrift und Zeichnung, saubere Hände behalten
Gerätebehandlung und -pflege
F Erschwerte Ablesung durch Schmutz Geräte sauber halten; nie mit Handschuhen messen; Geräte unter Kombi (bei funktionierendem Klettverschluss!); Geräte nie im Wasser waschen
Kondenswasser Vorsicht bei nassen Neoprenanzügen; danach gut trocknen
F Verbiegung der Achse durch Schläge Aneinanderschlagen der Geräte vermeiden, im Kombi, unter Pullover oder im Etui versorgen
Luftblasen Kontrolle, ob Scheibe frei rotiert; unter Umständen Nachfüllen mit Petrol oder Ersatz des Gerätes
Abgeschnittene Massbänder Zu vermeiden bzw. ersetzen (Interpretationsfehler)
Geräte- und Augenfehler
F Schlechte Reproduzierbarkeit Regelmässige Kontrollmessungen, Gerät nur für kleine Höhlen verwenden oder ganz ersetzen
F Systematischer Gerätefehler Ermittlung des gerätespezifischen Korrekturwertes; Kennzeichnung der Geräte; Gerätebezeichnung auf Messblatt vermerken
F Systematischer Augenfehler Ermittlung des augenspezifischen Korrekturwertes; Name des Ablesers auf Messblatt vermerken

Viele dieser Fehler werden leider nie erkannt, da nur in den seltensten Fällen Vergleichsmessungen bestehen. In Anbetracht der zahlreichen Fehlermöglichkeiten möchten wir zumindest für die Hauptvermessungszüge die gleichzeige Kontrolle durch Rückwärtsvermessung der jeweiligen Strecken empfehlen. Es ist die einzige Methode, mit welcher an Ort und Stelle Fehler erkannt und direkt korrigiert werden können.