Forschungsgebiete

In den Gründerjahren unseres Vereins wurde im ganzen Kanton Bern sowie vereinzelt auch in anderen Gebieten der Schweiz geforscht. Im Jura wurden einige Höhlen, im Mittelland vor allem künstliche Stollen und Steinbrüche befahren und dokumentiert. Der Fortschritt in der Schachtbefahrungstechnik sowie die Herkunft vieler Mitglieder brachten es mit sich , dass so nach und nach das Berner Oberland in das Zentrum des Interesses rückte. Momentan arbeiten wir (respektive hätten noch zu tun) in folgenden Gebieten:

Beatenberg – Siebenhengste – Hohgant

Dieses nördlich vom Thunersee gelegene Gebiet, mit aktuell 42 Eingängen, beinhaltet das Siebenhengste-Hohgant-System. Mit seinen 164 km Länge und 1‘340 m Tiefe gehört es zu den längsten Höhlensystemen der Welt. Rund herum gruppieren sich weitere Höhlen mit teilweise über 70 km Länge. Solch ein Höhlenforscher-Eldorado kann nicht von einer einzigen Sektion erforscht werden. Deshalb wurde 1979 die Höhlenforschergemeinschaft Region Hohgant HRH, ein internationaler Zusammenschluss, gegründet. Die Sektion Bern, seit jeher eines der Zugpferde der HRH, arbeitet an praktisch allen Projekten der HRH mit. Momentan liegen unsere Hauptforschungsschwerpunkte hier:

  • Die Zone Profonde des Réseau Siebenhengste-Hohgant wird dank einem neuen Zugang wieder aktiviert im Rahmen der HRH- nach einem Dornröschenschlaf von ca. 25 Jahren.
  • Im F1 geht die Arbeit weiter! Nun umsomehr, da 2006 vom Senkloch her eine Verbindung in diese Riesenhöhle gefunden wurde und damit der Zustieg zum tiefen Teil wesentlich kürzer geworden ist. Viele Schlote müssen erklettert werden!
  • Der benachbarte Bärenschacht, ein tiefes, dreidimensionales Labyrinth, bietet noch Arbeit für Generationen. Pro Jahr werden 1-2 km Gänge neu vermessen. Ende Februar 2020 wurde die 84km Marke überschritten. Der Nordsiphon konnte im September 2018 durchtaucht werden und dahinter geht es gross weiter. Damit sind die Forscher dem Traum von der Verbindung mit dem Faustloch ein riesiges Stück näher gekommen!
  • Die Flühe oberhalb Beatenberg sind immer noch und eher wieder Ziel von Forschungsaktivitäten, da nie eine systematische Prospektion abgeschlossen wurde. Im Fitzlischacht wird sporadisch gebuddelt…
Prospektion Rischerntal
Prospektion Rischerntal
  • In der oberhalb Habkern gelegenen Chromatte befinden sich längere Höhlen im Sandstein. Diese werden zurzeit nachvermessen und ab und zu wird Neuland gefunden. Im ebenfalls dort liegenden Faustloch wartet noch viel Forschungsarbeit auf uns.
  • Die Nachvermessung der Haglätschhöhle am Hohgant, ein SGHB-Klassiker, ist soweit was die Feldarbeit angeht abgeschlossen. Ganze 2.5km Neuland sind zum Vorschein gekommen und die Höhle misst jetzt 7.71km!
  • Die Beatushöhle ist zwar eine für den Tourismus ausgebaute Schauhöhle, aber dennoch war sie lange nicht vollständig erforscht. Eine zwischen 1993 und 1996 durchgeführte Planüberarbeitung ergab über 1 km neue Gänge! 2001 war es dann soweit, wir können dieses Höhlensystem mit einer vermessenen Gesamtlänge von nahezu 12km als „erforscht“ betrachten. Häuselmann, Ph. (2002): Cave Genesis and its Relationship to Surface Processes: Investigations in the Siebenhengste Region (BE, Switzerland), Nr. 6, Siebenhengste-Hohgant

Stockhorn

Das Stockhorngebiet im Simmental ist unser Sorgenkind. Anfang der 70er-Jahre in Angriff genommen, gediehen die Arbeiten und die Aufnahme der Höhlen machte viele Fortschritte. Doch kurz vor dem Ende der Arbeiten schien der Elan erlahmt zu sein. Oder geht’s im Hakenschacht weiter? Jetzt wurde die Forschung wieder aufgenommen.

Sägistal

Im Sägistal forschen wir zusammen mit unseren Kollegen vom ISAAK ebenfalls seit einigen Jahren und machen Forschungslager. Es gilt noch grosse Teile der Schränni systematisch zu prospizieren und eine Unmenge von Höhlen zu erforschen. Im Lager 2010 wurden alleine im E-Sektor 26 neue Objekte aufgenommen.

Blick von der Schränni auf Schwabhorn (li) und Faulhorn (re)
Blick von der Schränni auf Schwabhorn (li) und Faulhorn (re)

Geltenbachhöhle

Der Eingang der Höhle befindet sich mitten in einer Felswand in 60 m Höhe im unteren Teil des Gasterntals bei Kandersteg. Es ist die Austrittsstelle des Geltenbachfalls. 1979 gelang Forschern erstmals die Befahrung der Höhle bis zum ersten Siphon. Ab 1993 fand während 18 Jahren keine Höhlenforschung mehr statt. Insgesamt wurden bis zum Winter 2016/2017 fast 3km Gänge vermessen. Seit Herbst 2018 läuft ein Forschungs- und Dokumentationsprojekt, das grösstenteils durch SGH-B- und SGH-I-Mitglieder begleitet wird.

Ausland

Ab und zu (oder eher öfters…) verlassen auch einige unserer Mitglieder die heimatlichen Forschungsgefilde und tummeln sich in weit entfernten Löchern auf der ganzen Welt: